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Textilmuseum in der Weißen Fabrik in Łódź

Warum lohnt es sich?

Besuchszeit120–240 min
Preis€€
EintrittNein
Für KinderJa
Bei RegenJa

Wer verstehen möchte, wie sich Łódź im 19. Jahrhundert von einer kleinen Stadt zu einem bedeutenden Industriezentrum entwickelte, sollte mit einem Ort beginnen, an dem diese Geschichte tatsächlich geschrieben wurde. Das Textilmuseum befindet sich in der Weißen Fabrik von Ludwik Geyer. Hier wurde die erste Dampfmaschine von Łódź in Betrieb genommen und hier entstand auch der erste Fabrikschornstein der Stadt. Heute kann man historische Webstühle in Bewegung sehen, durch ehemalige Fabrikhallen gehen und in versetzten Holzhäusern erfahren, wie Arbeiterfamilien und andere Bewohner der Industriestadt lebten. ## Die Weiße Fabrik Ludwik Geyer kam 1828 nach Łódź. Zwischen 1835 und 1838 ließ er an der heutigen Piotrkowska 282 einen großen Fabrikkomplex errichten. Die hell verputzte Fassade unterschied sich deutlich von den später für Łódź typischen unverputzten Backsteinfabriken – daher der Name „Weiße Fabrik“. Hier entstand die erste mechanisierte Baumwollspinnerei und -weberei der Stadt. Geyer installierte außerdem die erste Dampfmaschine von Łódź. Im Laufe des 19. Jahrhunderts wurde der Komplex mehrfach erweitert und entwickelte sich zu der großen vierflügeligen Fabrikanlage mit Innenhof und ehemaligem Kesselhaus, die heute das Museum beherbergt. ## Von der Fabrik zum Museum Die Idee für ein Textilmuseum entstand bereits 1946. 1952 wurde im Kunstmuseum von Łódź eine Abteilung für Weberei eingerichtet, die 1955 in die Weiße Fabrik umzog. Seit 1960 besteht das Museum als eigenständige Institution. 1975 erhielt es den Namen Centralne Muzeum Włókiennictwa. Gründerin und erste Direktorin war Krystyna Kondratiuk. ## STADT – MODE – MASCHINE Die Dauerausstellung STADT – MODE – MASCHINE verteilt sich über drei Etagen. Sie verbindet die Geschichte der Textilproduktion mit der Entwicklung von Łódź, dem Alltag der Arbeiter, Mode und technischem Fortschritt. Historische Maschinen zeigen die Verarbeitung von Wolle, Baumwolle und Flachs; weitere Bereiche widmen sich Stoffmustern, Mode und dem Leben in der Industriestadt. ## Maschinen in Bewegung Besonders eindrucksvoll ist der Raum mit funktionierenden historischen Webstühlen. Zu sehen sind sechs Webstühle vom Übergang des 19. zum 20. Jahrhundert sowie zwei Maschinen aus den 1970er-Jahren. Die Maschinen werden stündlich vorgeführt: Die erste Präsentation beginnt um 13:00 Uhr, die letzte eine Stunde vor Museumsschluss. Lärm und Bewegung vermitteln die Atmosphäre einer alten Textilfabrik deutlich besser als eine stillstehende Maschine. ## Łódź aus der Perspektive seiner Bewohner Zum Museum gehört auch der Łódzki Park Kultury Miejskiej mit acht historischen Gebäuden, die aus verschiedenen Teilen der Stadt und ihrer Umgebung hierher versetzt wurden. In fünf Holzhäusern befindet sich die Dauerausstellung „Łódzkie mikrohistorie. Ludzkie mikrohistorie“. Sie erzählt nicht die Geschichte großer Fabrikanten, sondern zeigt den Alltag von Arbeiterfamilien, Handwerkern und Bewohnern unterschiedlicher kultureller Herkunft. Die dargestellten Geschichten beruhen unter anderem auf Erinnerungen, Tagebüchern und Zeitzeugenberichten. ## Der letzte Sommer Die Ausstellung „Ostatnie lato“ – „Der letzte Sommer“ befindet sich in einer historischen Villa aus Ruda Pabianicka. Sie zeigt, wie Bewohner der lauten und rauchigen Industriestadt in den 1930er-Jahren ihre Freizeit und Sommerferien verbrachten. Viele Einrichtungsgegenstände sind Originale, andere wurden nach historischen Vorbildern rekonstruiert. ## Textilkunst und Mode Die Sammlung des Museums umfasst mehr als 23.500 Inventarpositionen. Dazu gehören historische Maschinen, Stoffe, Kleidung, Mode, ethnografische Textilien und Werke der Textilkunst. Seit 1975 richtet das Museum außerdem die internationale Ausgabe der Internationalen Triennale der Textilkunst aus. ## Worauf sollte man achten? * helle Fassade der Weißen Fabrik, * historischer Fabrikschornstein, * ehemaliges Kesselhaus und Innenhöfe, * funktionierende historische Webstühle, * alte Stoffmuster und Maschinen, * Holzhäuser und rekonstruierte Wohnungen im Stadt-Kulturpark, * der Kontrast zwischen der monumentalen Fabrikanlage und der kleinteiligen historischen Holzbebauung. ## Wissenswertes * Die Weiße Fabrik entstand zwischen 1835 und 1838. * Hier befand sich die erste mechanisierte Baumwollspinnerei und -weberei von Łódź. * Hier wurden die erste Dampfmaschine und der erste Fabrikschornstein der Stadt eingesetzt. * Das Museum besteht seit 1960 als eigenständige Institution und trägt seinen heutigen Namen seit 1975. * Die Sammlung umfasst über 23.500 Inventarpositionen. * Der Stadt-Kulturpark umfasst acht historische Gebäude. * Die Internationale Textiltriennale findet seit 1975 in internationaler Form statt. * Die Weiße Fabrik gehört zur Europäischen Route der Industriekultur ERIH. ## Praktische Informationen **Adresse:** ul. Piotrkowska 282, 93-034 Łódź. Der Haupteingang befindet sich an der Piotrkowska; ein zweiter Eingang ist von der Milionowa-Straße erreichbar. **GPS:** ca. 51.7452, 19.4619. Montags und dienstags ist das Museum geschlossen. Mittwoch bis Freitag ist es von 12:00–17:00 oder 12:00–19:00 Uhr geöffnet, samstags von 11:00–18:00 Uhr und sonntags von 11:00–17:00 Uhr. Mittwochs ist der Eintritt zu den Dauerausstellungen kostenlos; an der Kasse muss jedoch eine kostenlose Eintrittskarte abgeholt werden. Die Angaben oben sind die regulären Öffnungszeiten. Laut einer am 5. September 2026 bestätigten Mitteilung schloss das Museum am 4.–5. September ausnahmsweise um 17:00 Uhr; vor der Anreise bitte den aktuellen Hinweis prüfen. Tickets für alle verfügbaren Ausstellungen kosten 55 PLN regulär und 39 PLN ermäßigt. Eine einzelne Dauerausstellung kostet 22 PLN regulär und 15 PLN ermäßigt. Audioguides für ausgewählte Dauerausstellungen kosten 5 PLN pro Ausstellung. Vor dem Museum an der Piotrkowska befinden sich gebührenpflichtige Parkplätze. Ein kostenloser Museumsparkplatz ist über die Milionowa-Straße erreichbar; von dort sind es einige hundert Meter zu Fuß, teilweise über Kopfsteinpflaster. Fahrradständer gibt es an beiden Eingängen. Die meisten Museumsbereiche sind für Personen mit eingeschränkter Mobilität zugänglich, das Kopfsteinpflaster im Park kann die Fortbewegung jedoch erschweren. Für Museum und Park sind etwa 3 Stunden sinnvoll. ## Tripto-Tipp Informiere dich gleich nach dem Eintritt über die nächste Vorführung der historischen Webstühle. Die Maschinen werden ab 13:00 Uhr stündlich gestartet. Plane den restlichen Besuch am besten um diese Vorführung herum. Wer mehr Zeit hat, sollte nicht beim Hauptgebäude aufhören – der Łódzki Park Kultury Miejskiej ist ein integraler Teil des Besuchs. ## Verbinde den Besuch mit: * Władysław-Reymont-Park * Księży Młyn * Herbst-Palast * Piotrkowska-Straße * OFF Piotrkowska * EC1 Łódź

Was du sehen wirst

  • autentyczna Biała Fabryka Ludwika Geyera
  • działające krosna w Sali maszyn w ruchu
  • wystawa MIASTO – MODA – MASZYNA
  • drewniane domy Łódzkiego Parku Kultury Miejskiej
  • ponad 23 500 pozycji inwentarzowych

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